Photoshop: Der richtige Umgang mit CMYK
Unter (semi-)professionellen Graphikern und Bildbearbeitern ist es ein weit verbreitetes Vorurteil, dass CMYK für den Print-Bereich das einzig wahre Farbformat ist. Das stimmt natürlich: wenn das Bild letztlich auf die Druckplatte kommt. Wer allerdings gröbere Farbveränderungen oder Manipulationen am Bild macht, kann mit einem CMYK-Bild ganz schön danebengreifen.
Der Grund ist, dass das Skelettschwarz K nur nötig ist, um prinzipbedingte Schwächen im CMY-Farbraum auszugleichen. Besonders dunkle Stellen sind davon betroffen, weil die drei Grundfarben gemeinsam kein richtiges Schwarz ergeben, deswegen wird mit der schwarzen Farbe nachgeholfen.

Ein typischer Fehler, der oft gemacht wird, ist etwa ein Hintergrundbild im CMYK-Modus aufzuhellen. Dabei wird das Schwarz ebenso aufgehellt und vorher satt schwarze Stellen werden zu einem flauen Grau. Viel besser ist es, vorher in den RGB-Modus zu konvertieren, dann erst aufhellen und - erst wenn alles passt - wieder in den CMYK-Modus zu konvertieren.
Dadurch verschwindet der Schwarzanteil völlig, das Ergebnis sind helle Farben ohne flaches Grau.

Auch größere Bildmanipulationen sollten immer im RGB-Modus gemacht werden. Der Schwarzanteil ist völlig unkontrollierbar, wenn die Photoshop-Werkzeuge verwendet werden; das Ergebnis sind Flecken in den Farbauszügen. Zur Kontrolle sollte man aber immer wieder in den CMYK Modus und zurück wechseln, um böse Überraschungen durch undruckbare Farben rechtzeitig zu erkennen. Beim umgekehrten Weg - CMYK zu RGB geht hingegen kaum etwas verloren, weil der RGB-Farbraum viel größer ist.

Der umgekehrte Weg: RGB -> CMYK -> RGB
Häufig kommt es vor, dass Scanner zu grelle Farben liefern. Statt an der Sättigung zu drehen, kann eine schnelle Konvertierung zu CMYK und zurück die Farben auf angenehme Art dämpfen und zu einem viel natürlicheren Ergebnis führen.
Nicht zuletzt kann man im CMYK-Farbraum die Farbe viel intuitiver auswählen, während RGB schwer handhabbar ist.

Welche Einstellung für CMYK?
UCR ist die generelle Wahl bei Offset-Druck; ob SWOP oder Eurostandard ist Geschmackssache, Maximum Schwarz 100%, ein Gesamtfarbauftrag von 360% ist üblich, wenn nicht gerade auf superdünnem Papier gedruckt wird. Heikel ist der Tonwertzuwachs. Er ergibt sich, weil der kleine Rasterpunkt beim Druck etwas auseinander-gequetscht wird und somit größer wird. Die Stärke dieses Effektes hängt vom Papier ab: bei Zeitungspapier ist er stärker als bei Kunstdruckpapier (Coated = gestrichenes glattes Papier).
Wer auf bestimmte Farben Wert legt, sollte in jedem Fall ein Farbmuster beilegen oder noch besser beim Druck anwesend sein.


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