Gebrauchsanweisung für ein Klettersteigset Typ Y

Ein modernes Klettersteigset dient zur Selbstsicherung im alpinen Gelände insbesondere auf einem hierfür speziell präparierten Klettersteig. Das Konzept ist auf eine Verhinderung von Abstürzen bzw. eine Reduzierung der Fallenergie (Bremswirkung) ausgelegt. In den nördlichen Alpen (vom Allgäu bis zum Kaisergebirge) wurden bisher hunderte Steiganlagen gesichert.

Konstruktionsweise und Verwendung

Ein Klettersteigset der modernen Generation besteht aus zwei Karabinern, die - gegenüber herkömmlichen Kletterkarabinern - eine hohe Bruchfestigkeit aufweisen und oft mit einem Automatikverschluss (z.B. gefederte Schiebehülse) ausgestattet sind. Von den Karabinern verlaufen Seilstränge (oder Bandmaterial) zu einem Vereinigungspunkt - der Seilbremse. Ein einziger Strang verlässt schließlich als Bremsstrecke den Fallstossdämpfer.

Das Klettersteigset wird in der Regel mittels Bandschlinge per Ankerstich mit dem Gurt des Kletterers verbunden (es handelt sich um einen sehr einfachen Knoten - praktisch gesehen besteht die Einbindung aus einem simplen Durchstecken des Sets durch die Schlinge).

Klettersteige werden mit dem Y-Typ so begangen, dass stets beide Karabiner in die fixen Drahtseile der Route eingehängt werden. Die Karabiner gleiten bei der Fortbewegung im Klettersteig am Seil entlang - an Befestigungspunkten werden sie einzeln umgehängt, so dass ständig eine Verbindung zwischen Bergsteiger und Drahtseil aufrechterhalten wird. Sofern die stationären Elemente des Steigs nicht beschädigt sind, ist nun eine sichere Fortbewegung im steilen und exponierten Alpin-Gelände möglich.

Ältere Klettersteigsets des V-Typs sollten gemäß Empfehlung der UIAA nicht mehr verwendet werden, denn hier kann und darf stets nur ein Karabiner im Klettersteig eingehängt sein. Es ist folglich keine Redundanz (Bruchreserve) gegeben. Beim Umstecken an Befestigungspunkten entfällt zudem die Bremswirkung.

Hans Rubi / webmaster [at] klettersteige-online.de

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