Risikolebensversicherungen optimieren
Wer im Falle seines Ablebens die Hinterbliebenen mit geringstem Aufwand finanziell absichern möchte, wird sich für eine Risikolebensversicherung entscheiden. Wie man durch die Auswahl des Versicherers und der optimalen Tarifvariante den Beitrag für eine Risikolebensversicherung möglichst gering halten kann, soll nachfolgend erläutert werden.

Mit einem Online-Vergleich kann man sich schnell eine erste Übersicht zu Anbietern und Beiträgen für Standardvarianten verschaffen. Dabei wird schnell deutlich, daß es zwischen den verschiedenen Anbietern große Beitragsunterschiede gibt. Die Versicherungsbedingungen unterscheiden sich dabei nur in wenigen, eher unwesentlichen Punkten (z.B. einem Umtauschrecht in eine Kapital-Lebensversicherung, einer eventuellen Nachversicherungsgarantie oder der Leistung bei Tod durch Krieg oder innere Unruhen).


Einige Versicherer bieten besonders günstige Tarife für Nichtraucher an, wobei jedoch die Definition des Nichtrauchers recht unterschiedlich ist. Bei einigen Gesellschaften können sich sogar Raucher, die ausschließlich Pfeife, Zigarren oder Zigarillos rauchen, derzeit zum Nichtrauchertarif versichern. Dies sollte ein guter Versicherungsvergleich berücksichtigen!

Wer bei den Berechnungen auch einmal die Versicherungsdauer variiert, wird feststellen, daß der Beitrag bei längerer Versicherungsdauer deutlich höher ist. Es wäre aber riskant, aus diesem Grund nur eine kurze Versicherungsdauer zu wählen. Versucht man nämlich nach Ablauf einer zu kurz bemessenen Versicherungsdauer eine neue Risikolebensversicherung abzuschließen, müssen wieder Gesundheitsfragen beantwortet werden. Haben sich dann in der Zwischenzeit gesundheitliche Beschwerden eingestellt, kann dies zu Risikozuschlägen, Ausschlüssen oder im schlimmsten Fall zur Ablehnung des Antrages führen.

Aber wird die Versicherungssumme wirklich über die gesamte Versicherungsdauer in konstanter Höhe benötigt? Insbesondere wenn die Risikolebensversicherung zur Absicherung eines Darlehens dient, könnte sich die Versicherungssumme doch entsprechend dem Verlauf der Restschuld reduzieren.

Für ein Darlehen mit konstanter Tilgung (meist bei Gewerbefinanzierungen) bietet sich hiefür eine Risiko-LV mit linear fallender Versicherungssumme an.

Wer jedoch ein Annuitätendarlehen (meist bei der Eigenheimfinanzierung) absichern möchte, sollte unbedingt auf eine Risiko-LV mit annuitätisch fallender Versicherungssumme achten. Bei einer linear fallenden Versicherungssumme würde sich hier eine gefährliche Unterversicherung während der gesamten Vertragsdauer ergeben!

Sollen mehrere Personen (z.B. Ehe- oder Geschäftspartner) mit der gleichen Versicherungssumme und der gleichen Versicherungsdauer versichert werden, kann dies durch mehrere Einzelverträge oder alternativ durch eine Risikolebensversicherung auf verbundenes Leben erfolgen. Auf diese Weise können im Extremfall bis zu 9 Personen in einem Vertrag versichert werden.

Aber nicht in jedem Fall ist es sinnvoll, mehrere Personen mit einem Vertrag abzusichern. Einerseits gibt es steuerliche Gesichtspunkte bezüglich der Erbschaftssteuer zu berücksichtigen, dies gilt insbesondere bei hohen Versicherungssummen und bei unverheirateten Paaren. Andererseits ist es nicht ausgeschlossen, daß zwei Einzelversicherungen bei dem jeweils günstigsten Versicherer noch preiswerter sind, als das günstigste Angebot einer Partner-Risikolebensversicherung - z.B. wenn die eine zu versichernde Person Raucher und die andere Nichtraucher ist.

Nun ist allgemein bekannt, daß der Tarifbeitrag von den Versicherern sehr vorsichtig kalkuliert wird, da er für die gesamte Vertragsdauer garantiert werden muß. So erzielt (fast) jeder Versicherer Überschüsse, an denen er seine Kunden beteiligen muß. Hierzu gibt es im wesentlichen zwei Varianten:
  • die Risikolebensversicherung mit Beitragsverrechnung
    Dabei werden die Überschüsse sofort mit den Beiträgen verrechnet und der Versicherungsnehmer zahlt nur den so reduzierten Zahlbeitrag (häufig auch Nettobeitrag genannt). Ändern sich die Überschüsse im Laufe der Zeit, führt dies auch zu einer Änderung des Zahlbeitrages. Im Extremfall könnte der Zahlbeitrag bis zur Höhe des Bruttobeitrag steigen.
  • die Risikolebensversicherung mit Todesfallbonus
    Bei dieser Variante werden die Überschüsse im Versicherungsfall zur Erhöhung der Todesfall-Leistung verwendet. Man schließt also in der Regel eine Versicherung mit geringerer garantierter Versicherungssumme ab und hofft, daß im Falle eines Falles die Überschußbeteiligung die Todesfall-Leistung auf den benötigten Betrag erhöht.
Da für die Hinterbliebenenvorsorge aber die Versicherungsleistung kalkulierbar sein muß, sollte man Risikolebensversicherungen mit Beitragsverrechnung bevorzugen!

Wie bereits oben beschrieben ist es wichtig, beim Abschluß einer Risiko-LV eine ausreichende Versicherungsdauer zu vereinbaren. Kann man jedoch die Dauer des benötigten Versicherungsschutzes absolut nicht einschätzen, könnte eine Risikolebensversicherung mit technisch einjähriger Dauer eine Lösung darstellen. Bei dieser besonderen Form der Risiko-LV wird der Beitrag unabhängig von der vereinbarten Versicherungsdauer jährlich neu für das jeweils laufende Versicherungsjahr kalkuliert. Somit ist der Anfangsbeitrag sehr niedrig und erhöht sich mit zunehmendem Alter der zu versichernden Person.

Dadurch kann man die Risikolebensversicherung bis zur maximal möglichen bzw. maximal benötigten Versicherungsdauer abschließen und zahlt immer nur die Beiträge für das jeweils in Anspruch genommene Risiko. Wird der Versicherungsschutz später nicht mehr benötigt, kann die Versicherung spätestens zum Ende eines jeden Versicherungsjahres gekündigt werden und man spart sich die Zeit der hohen Beiträge.

Derzeit gibt es zu dieser Form der Risiko-LV nur wenige Anbieter, eine Übersicht zu angebotenen Tarifen findet man bei diesem Vergleich zur Risikolebensversicherung.

Gerd Kemnitz
epost[ at ]risikolebensversicherung-sofort-vergleich.de
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