Deutlicher Rückgang im Wohnungsbau
Der Wohnungsbau nimmt gegenüber den anderen EU-Ländern stark ab. 1995 war Deutschland noch auf zweiter Stelle in der EU, 10 Jahre später dagegen auf dem letzten Platz. Dies zeigen aktuelle statistische Daten und Informationen der Ifo/Euroconstruct. Pro 1000 Einwohner wurden 2005 nur noch 2,7 neue Wohnungen fertig gestellt. Spitzenreiter im Wohnungsbau sind Irland und Spanien. Irland hat pro 1000 Einwohner 18,6 neue Wohnungen fertig gestellt und Spanien immerhin 15. In diesen beiden Ländern ist die Wohnungsbauintenstität in der Zwischenzeit rund sechsmal so hoch wie in Deutschland. 

Bei dem Zehnjahresvergleich wurden von Euroconstruct 15 Staaten Westeuropas und vier mittel- und osteuropäische Länder erfasst. In diesen Ländern wurden 2005 im Schnitt 5,2 Wohnungen pro 1000 Einwohner neu errichtet.

Die Werte bei den direkten nördlichen, westlichen und südlichen Nachbarländern Deutschlands liegen zwischen 4,3 (Niederlande) und 5,9 (Frankreich). Damit sind die Werte um 60 bis 120 Prozent höher als in Deutschland.

1995 lag die Wohnungsbauintensität noch bei 7,4 Einheiten pro 1.000 Einwohner, im Gegensatz zu 2005 mit nur 2,7 Einheiten pro 1000 Einwohner. Dies ist ein Rückgang auf weniger als 40 Prozent.

Immer mehr Interessenten zögern den Bau oder Kauf hinaus und dies trotz guter Rahmenbedingungen bei der Finanzierung. Viele schrecken vor solchen Investitionen wegen der Angst um den Arbeitsplatz und unsicheren Einkommensentwicklungen zurück. Schaut man über die Grenzen, kann man sehen, dass sich in vielen Ländern der Neubau erholt hat. EU-Beitrittsländer Ungarn, Polen, Tschechien und die Slowakei haben im Vergleich zu vor 10 Jahren doppelt so viele Neubauten. Auch nord- und westeuropäische Länder haben deutliche Positive Entwicklungen.

Dies zeigt, dass Deutschland einen Nachholbedarf aufweist. Die Meinungen der verschiedenen Ermittlungen des Neubaubedarfs gehen in Deutschland von 280.000 bis 330.000 Wohnheinheiten pro Jahr. Trotz der ermittelten Prognosen bleiben die tatsächlichen Fertigstellungen in diesem Jahr um ca. 20 bis 30 Prozent zurück. Durch die Rückgänge des Wohnungsbaus werden wir in Deutschland in den nächsten Jahren dies an Engpässen mit Miet- und Preissteigerungstendenzen spüren.

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Konstanze Edelmann im Auftrag von informieren.de, E-Mail:

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