Warum Fische schwimmen können oder: Aufgaben der Schwimmblase

Das Fleisch der Fische hat mit 1.076 eine höhere Dichte als das Süßwasser mit 1.000 g/l. Die Fische müssen deshalb, um nicht ständig abzusinken, Auftrieb erzeugen. Dies ist bei den meisten Knochenfischen durch die Entwicklung einer gasgefüllten Schwimmblase möglich. Der Gasdruck gleicht das spezifische Gewicht des Fischkörpers an das des Wasserhorizontes an - der Fisch kann dadurch mit dem geringsten Kraftaufwand horizontal schwimmen bzw. im Wasser schweben. Eine plötzliche Aussendruckminderung wie sie beispielsweise beim schnellen Heraufholen eines Fisches aus größerer Tiefe erfolgt, bewirkt eine übermässige Ausdehnung der Schwimmblase - man bezeichnet den Fisch dann als trommelsüchtig.

Allen Gattungsarten der Knorpelfische sowie den Boden- und Grundfischen fehlt eine Schwimmblase. Bei pelagischen, d.h. im freien Wasser lebenden, schwimmblasenlosen Fischen wie z. B. Hai und Makrele, wird der Ausgleich zu einem geringen Teil durch Anreicherung und Einlagerung von spezifisch leichterem Öl und Fett in Muskulatur und Leber erreicht.

Diese Fische müssen jedoch zeitlebens schwimmen, um nicht abzusinken. Bei vielen Fischen dient die Schwimmblase auch als schallaufnehmendes und schallerzeugendes Organ. Fischfleisch ist im Gegensalz zu Knochen und Schwimmblase für Schallwellen im Wasser praktisch vollständig durchlässig. Die bei Dorsch und Heringsverwandten mit dem Innenohr in Verbindung stehende Schwimmblase wirkt hier als Schalleiter.

Als Resonanzboden dient sie für alle möglichen, durch Knochen und Schlundzähne hervorgebrachten Geräusche. Oder sie tönt sogar selbst, wenn sie durch die mit ihr verbundenen Muskelbändern in Vibration versetzt wird, wie am Beispiel des Knurrhahns zu beobachten ist, der dadurch seinen Namen erhalten hat. Ursprünglich waren die Schwimmblasen der Fische wohl mehr Atmungsorgane als Organe der Gewichtsverringerung. Paarig angelegt entstanden Sie aus Ausstülpungen des Vorderdarms. ihre ursprüngliche Atemfunktion behielten sie beim heute noch existierenden Flösselhecht (Afrika) sowie beim Lungenfisch (Südamerika, Afrika, Australien). Bei allen anderen, "modernen" Fischen ist die Schwimmblase unpaarig. Sie liegt im Oberteil der Leibeshöhle, unterhalb der Wirbelsäule, an die Niere direkt anschließend und wird vom Bauchfell umkleidet. Mehr zu Fischen, Angeln und Details im neuen Fischlexikon

Uwe Schwanke

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