Motivation im Bodybuilding oder die Frage: Geh ich heut wirklich zum Training?
Viele kennen das Problem. Muskeln müssen her und das möglichst einfach und schnell! Deshalb packt man seine Trainingsklamotten zusammen, rennt ins Studio seiner Wahl und beginnt sogleich sich an möglichst vielen Geräten auszutoben. Dabei werden die Gewichte dann auch gleich schön hoch eingestellt, denn man möchte ja gegenüber den anderen „Muskelbergen“ im Studio in nichts nachstehen. Hier erlebt der Trainierende den Höhepunkt seiner „Pseudomotivation“. Danach geht es steil bergab, denn mehr als zwei Wochen hält man das Training so nicht durch. Die Gewichte sind zu schwer, man erkennt keine Fortschritte, teils sogar Rückschritte und man gibt letztendlich auf. Diesen Punkt hat fast jeder schon einmal durchgemacht.

Doch wie kann man dem entgegenwirken? Wie motiviert man sich richtig?

An diesem Punkt steht ganz klar, dass nur ein richtig gesetztes Ziel die Motivation hart zu trainieren antreibt.
Man muss sich klar werden darüber, was man erreichen will. Einfach nur
Muskelmasse zulegen, Gewichtszu- oder –abnahme oder einen möglichst definierten Körper.
Ohne dass man sich ganz klar ein realistisches Endziel setzt wird es nicht funktionieren. Wir fliegen schließlich auch nicht planlos im All herum!
Es wird hier auch nicht umsonst erwähnt, dass es ein realistisches Ziel sein muss. Dies ist wohl eine der schwierigsten Punkte in der Motivation. Das sich eingestehen, dass manches einfach noch nicht möglich ist. Viele wollen wie anfangs schon erwähnt zu schnell zu hoch hinaus! Dabei ist es aber wichtig sich im Kopf begreiflich zu machen, dass man den Körper erst langsam da hin führen muss. Erst wenn man im Kopf begriffen hat, dass es durchaus ein mühsamer Weg im Bodybuilding werden kann, wird auch die Motivation es durchzuziehen steigen.
Die Motive der Zielsetzung und die „Reinigung des Kopfes“ stellen die wichtigsten Punkte in der Motivation dar. Jede andere Motivation wird letztendlich darauf bauen, ohne diesen Punkt wird jede andere Motivation versagen. Erst nachdem man sich selbst die Hauptmotivationen gesetzt hat, kommen weitere Motivationen zum Tragen.
Diese unterstützen die Zielsetzung und den Weg zum Ziel. Es gibt verschiedene und für jeden sicherlich auch unterschiedlich wichtige Motivationen.
Man bekommt beispielsweise den Drang sich immer wieder zu betätigen, sich zu bewegen. Raus aus dem Alltag oder der langweiligen Wohnung. Es wird sozusagen zu einer Sucht nach kurzer Zeit, man bekommt ein schlechtes Gewissen, wenn man seinen Körper die harte Anstrengung vorenthält. Körper und Geist fehlen die gewohnten Bewegungsabläufe, der Schweiß , der fließt.
Andererseits motiviert es irgendwann die Veränderungen am eigenen Körper zu erleben. Die Muskeln wachsen sichtbar, man beobachtet sich vor dem Spiegel während des Trainings oder zu hause und freut sich über Fortschritte. Man sieht, ob man es richtig macht oder wo noch etwas getan werden muss. Hier helfen das Anlegen von Trainingstagebüchern und die Aufnahme von Körperbildern um den Fortschritt zu dokumentieren und nötigenfalls den Trainingsplan darauf abzustimmen.
Eine weitere sehr wichtige Motivation kommt dann nach längerem Training, wenn durch den körperlichen Fortschritt das Selbstbewusstsein steigt. Vergessen ist dann die Angst gegenüber anderen Trainierenden im Studium, die das zigfache an Gewicht nehmen als man selbst trainiert. Entweder sagt man sich selbst: „Schaut her, ich komme langsam an euch ran!“ oder man schafft es sogar andere zu übersteigen. Wie in der Wirtschaft gilt auch hier, dass Wettbewerb nie schaden kann. Vielleicht aber lässt das steigende Selbstbewusstsein auch Anschlüsse zu. Man kommt ins Gespräch, findet eventuell sogar Trainingspartner oder tauscht sich über Erfahrungen aus. Dieser soziale Aspekt ist nicht zu unterschätzen.
Der Mensch ist stets ein Gesellschatstier gewesen und auch hier macht sich das bemerkbar. Natürlich sollte das Training auch ohne einen Partner im Training durchführbar sein, allerdings erleichtert es doch oft Übungen, wenn man jemanden hat, der einen zusätzlich antreibt und anspornt. Und vielleicht lernt man dadurch auch noch vieles mehr für das Training und dem Bodybuilding selbst.
Ein letzter Punkt der hier erwähnt werden soll ist die steigende Beherrschung von Körper und Geist. Wer einmal der „Sucht“ des Bodybuildings verfallen ist, achtet hoffentlich auch auf die gesundheitlichen Aspekte. Man wird sich seiner sportlichen Auswirkungen auf den Körper bewusst, weiß wie der Körper funktioniert und kann damit im Training besser arbeiten. Man lernt die Grenzen des Körpers kennen und versucht sie vernünftig zu erweitern. Auch die Ernährung stellt sich auf das Training ein. Weg von Fast Food und übermäßigem Fett hin zu einer ausgewogenen sportgerechten Ernährung. Bei vielen bewirkt schon eine Umstellung der gesamten Ernährung auf den Sport eine erhebliche Steigerung im alltäglichen Wohlbefinden.
Es gibt viele Wege sich zu motivieren. Am besten ist eine gut durchdachte Mischung von Haupt- und Nebenmotivationen. Diese sollten gut durchdacht und geplant sein und manche sollte man auf sich zukommen lassen.
Eine optimale Balance der Motivationen bringt letztendlich auch den erhofften Erfolg.
< zurück   weiter >