Ein Plädoyer für das Reparieren

Betrachtet man sich einmal den Preisverfall in vielen Produktbereichen insbesondere von Elektrogeräten, dann bekommt man einen ungefähren Eindruck davon, weshalb viele Berufe in der Vergangenheit zunehmend unattraktiver geworden sind. Während noch vor drei bis vier Jahrzehnten z.B. der Videorekorder oder sogar der Fernseher noch Luxusgegenstände mit einigem Prestige und hohem Preis waren, bekommt man heute einen DVD-Rekorder nach ein paar Jahren seiner Existenz zusammen mit einem Zeitschriftenambo förmlich hinterhergeschmissen.

 

Angesichts der Tatsache, dass die Preise dermaßen im Süden sind, ist es nicht besonders erstaunlich, dass wir diese Geräte nicht mehr reparieren lassen.

Das selbige gilt für Computerschrott wie defekte Festplatten. Diese Entwicklung ist vielen Gründen sehr bedauernswert. Einerseits ist die Wegwerfmentalität aus ökologischer Hinsicht nicht zu begrüßen. Andererseits konnte man in der Vergangenheit bei einem z.B. mehrfach reparierten Radiorekorder auch so etwas wie Besitzerstolz entwickeln.

 

Wer allerdings einen DVD-Player für 29,95 € an der Tankstelle gekauft hat, von dem er sich nicht einmal den Hersteller gemerkt hat, der wird nach einem Defekt u.U. abstreiten, dass er jemals ein solches Abspielgerät gekauft zu haben. Was will man bei einem solchen Preisniveau auch erwarten? Was nichts kostet ist schließlich in der Regel auch nichts wert.

 

Aber wer weiß, vielleicht ändert sich ja irgendwann das Preisgefüge bei elektronischen Geräten noch einmal in Richtung Norden und auch die Reparatur kommt wieder in Mode. Das wäre dann eine sehr begrüßenswerte Sache!

 

Klaus-Martin Meyer

< zurück   weiter >