Die Hochzeitszeremonie sollte gut geplant werden ....

Aber langsam: Zu Weihnachten des letzten Jahres erfuhren wir, dass unsere besten Freunde sich nach 10 Jahren als Paar das Ja-Wort geben wollten. Als Termin wurde nach Ostern und möglichst vor Pfingsten gewählt, aber nach Krankheit der Eltern der Braut wurde ein Termin beim Standesamt für den Herbst gewählt.

Die Hochzeitszeremonie sollte gut geplant werden. Dafür waren meine Lebensgefährtin und ich zuständig.

Ein Oldtimer sollte es schon sein, wenn die beiden zum Standesamt gefahren werden. Wir hatten die Wahl zwischen einem Mercedes Benz aus dem Jahr 1967 und einem VW Käfer Cabrio und einem Karman Ghia, ebenfalls als Cabrio.

Endschieden haben wir uns schließlich gegen den Mercedes und mieteten einen roten Käfer.

 

Um 10 Uhr waren etwa 25 Personen in Osnabrück an der Stadtwaage versammelt und gemeinsam ging die Hochzeitsgesellschaft in das Standesamt.

 

Nach einer mittelmäßigen Traurede der Standesbeamtin wurde anschließend Aufstellung genommen für die obligatorischen Hochzeitsfotos. Brautpaar mit und ohne Trauzeugen, Eltern und Schwiegereltern und anschließend alle zusammen.

 

Das Festessen fand in einem gemütlichen Lokal im Osnabrücker Landkreis am Alfsee statt.

 

Um 15 Uhr ging es im Autokorso zur katholischen Kirche, nachdem sich die konfessionell unterschiedlichen Brautleute entschieden haben, nicht in der evangelischen Kirche zu heiraten. Die Ernsthaftigkeit der katholischen Kirche in bezug auf das Sakrament der Ehe sollten daher Vorrang haben vor der eigentlich eher neutralen Sicht in Glaubensfragen aller Beteiligten.

 

Um 17 Uhr begann die eigentliche Hochzeitsfeier in Hagen im Forellental. Etwa 120 geladene Gäste nahmen an den Tischen nach Sektempfang (Es gab den guten Freixenet) auf den mit Platzkarten reservierten Stühlen und Tischen Platz.

 

Die Hochzeit verlief so, wie alle Hochzeiten verlaufen. Es gab guten und lang andauerndes Hochzeitsessen, natürlich mit Hähnchen in Curry. Ich hasse Hähnchen mit Curry. Die Hochzeitsmusik wurde zu oft durch Pausen der Hochzeitsmusiker unterbrochen und Tanzen fand ich sowieso immer schrecklich.

 

Das worüber wir uns aber am meisten Gedanken gemacht hatten, das war die Frage nach dem Geschenk. Was schenkt man einem Brautpaar, das sich seit 10 Jahren kennt, seit Jahren einen gemeinsamen Haushalt unterhält und daher keine Küchengeräte, Elektronikgeräte, Fernseher; DVD usw mehr braucht.

 

Meine Freundin kam auf die Idee, alle Bekannten nach einer Beteiligung an einem Geldgeschenk zu fragen. Diese Idee kam gut an, da Geld immer gebraucht wird. Zunächst fragten wir uns, ob man das Geld einfach sammelt oder wie man es ausgefallen verpacken kann. So wie zur Geburt meiner Nichte, als besondere Geschenke an meine Schwester und meinen Schwager außergewöhnlich gebastelt wurden in Form eines T-Shirt und das ganze noch in einem Papierflieger verpackt war, dachten wir uns: Das können wir auch! Es sollte eine orignelle und außergewöhnliche Geschenkidee werden. Nun bin ich in Origami falten nie ein ganz Großer geworden, aber wir dachten uns, dass es bestimmt gute Anleitungen zu dem Thema Geldgeschenke basteln gibt. In einem Buch, das ich im Laufe der Hochzeitsvorbereitungen auf einem Flohmarkt bei Ikea in Osnabrück erstand, fanden sich zu allen Rhemen und Ideen für jeden Anlass Abbildung und Anleitungen, wie Blumen falten, Papierschiffchen oder Papierflieger, T-Shirts, Weihnachtsmänner oder nur als verpacken der Geschenkideen. Letztendlich haben wir uns entscheiden, eine Variation der Geschenke zu Weihnachten, ähnlich einem originellen Weihnachtskalender zu basteln. Es war romantisch, als die beiden Brautleute unseren Kalender zur Hochzeit bekamen und sich sichtlich darüber freuten.

Wir haben daher kein Geld für unnützigen Nippes ausgegeben und mit dem Geld können sich die Brautleute etwas aussergewöhnlich schönes selbst zum Geschenk machen.

 

Um 2 Uhr verließen wir die Hochzeitsfeier mit einem leichten Schwips und einem günstigen Taxi, einem Minicar. Diese fahren für einen günstigen Preis ohne Anfahrtsgebühr und sogar pauschal, wenns nur ein paar Kilometer sind.

 

Jetzt, wo einige Wochen vorbei sind, haben wir das Buch wieder hervorgekramt, weil demnächst ein runder Geburtstag, eine Taufe und die Patenkinder nächstes Jahr zur Kommunion bzw. Konfirmation kommen, damit dann erneut Geschenkideen gefragt sind.

 

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Andreas W.

webmaster ät osnabrueckeronline.de

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