| Kuba einmal anders |
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Kuba einmal anders In Reiseberichten über Kuba liest man in der Regel von Traumstränden, Zigarren, Rum und schönen alten Autos. Das Ganze verbunden mit einer Menge an Revolutionsnostalgie und Freiheitskämpfer Romantik um Fidel Castro und Ché Guevara. Abgesehen von diesen Klischees zu Kuba erwartet den Reisenden eine Menge skurriles und komisches auf einer Reise in dieses karibische Land. Fangen wir einmal bei der Einreise an. Egal ob in Havanna, Holguin oder Varadero wenn man aus dem Flieger steigt wird man in der Regel von grimmig schauendem Flughafenbodenpersonal in olivgrünen Uniformen in Empfang genommen. Diese stehen eigentlich nur da und es scheint als haben sie weiter nichts zu tun als eben nur herum zu stehen. Im Flughafengebäude angekommen geht das für Kuba typische Warten los. In diesem Fall wartet man darauf, dass man an die Reihe kommt um seinen Pass und das Touristenvisum vorzuzeigen. Hierzu geht man zu einer meist ebenfalls grimmig schauenden Zollbeamtin, welche in einem Käfig mit Glasfenster sitzt. Diese untersucht den Pass dann genauestens nach allen verdächtigen Sachen, vergleicht das Bild mit dem aktuellen Erscheinungsbild, wobei das wahrscheinlich die anspruchsvollste Aufgabe ist und stempelt dann das zweiteilige Touristenvisum. Ein Teil des Touristenvisums wird für die eigene Dokumentation benötigt, den anderen bekommt man und muss ihn bis zur Ausreise aufbewahren. Dann ertönt ein Summer, man tritt durch eine Tür und ist in einem der letzten kommunistischen Länder der Welt angekommen. Jetzt wird das Handgepäck kontrolliert. Je nach Laune der Beamten dauert es etwas länger oder kürzer. Es erscheint teilweise recht willkürlich welche Dinge einbehalten beziehungsweise abgenommen werden. Liegt wahrscheinlich am Privatbedarf der jeweils Diensthabenden. Wenn man auch diese letzte Kontrolle hinter sich gebracht hat dann beginnt "Warten Teil II". Es geht nun nämlich um die Koffer. In der Regel benötigen diese zwischen einer und drei Stunden bis sie auf dem Förderband daherkommen. Gürtel die zur Sicherung der Koffer angebracht wurden, verschwinden auf dem scheinbar Lederfressenden Förderband. Wenn man nun endlich seinen Koffer hat, schwappt einem ein Schwall von scheinbar übernatürlicher Hilfsbereitschaft entgegen. Zuerst kommen die, die einem beim Koffertragen helfen und dafür nur einen kubanischen Dollar möchten. Draußen vor dem Flughafen gibt es Taxifahrer, die einem noch was dafür geben wenn sie einen zum Hotel bringen dürfen und wieder andere die einem für einen feuchten Händedruck in der Pension eines Freundes einquartieren möchten. Was man nicht weiß ist, dass diese vorab mit dem betreffenden Herbergsvätern oder Müttern eine kleine Provision für ihre Bemühungen ausgehandelt haben. Egal mit welchem Fortbewegungsmittel man sich nun auf den Weg zu seiner Unterkunft macht, wird man feststellen dass die deutsche StVO in Kuba noch nicht angekommen ist. Auf der Autobahn begegnet man Fahrradfahrern, Pferdekutschen und antiquarischen Traktoren, welche Zuckerrohr oder Orangen zur nächsten Fabrik bringen. Die Autobahnen der EX-DDR sind im Vergleich zu kubanischen Straßen ein westlicher Luxus und auch ein Trabifahrer hätte noch einen hohen Prestigewert in diesem Land wo auf ca. 3000 Einwohner ein fahrbarer Untersatz kommt. Nun muss man unterscheiden zwischen zwei Arten der Unterkunft. Einerseits gibt es die Unterkunft im Hotel, welche abgesehen vom Standort nicht allzu stark von Unterkünften in der dominikanischen Republik oder anderen Karibikstaaten abweicht und bereits mit westlichen Standards dienen kann. Andererseits gibt es Privatunterkünfte, welche den Menschen mehr Einblick in das eigentliche Leben in Kuba ermöglichen. Hier ist allerdings der Komfort auch eher mittelmäßig. Klimaanlagen sind zwar meist vorhanden, es kann aber schon passieren, dass man, wenn man den Warmwasserboiler Marke Eigenbau Hinterhof in der Dusche betätigen möchte mit den kubanischen 110 Volt Bekanntschaft macht. Abgesehen von diesen kleinen Unannehmlichkeiten ist es aber trotzdem ein bleibender Eindruck dies alles einmal gesehen zu haben. Der an Kubas Küste generell vorhanden Traumstrand, die nette, ausgelassene Stimmung auf den Straßen und Plätzen entschädigen einen für die vorher erlebten Unannehmlichkeiten. Und so wie man sich am Flughafen noch gewünscht hat, dass die ganze Warterei endlich zu Ende geht, so wünscht man sich -im Herzen Kubas einmal angekommen-, dass diese Unkompliziertheit nie endet und man für immer unbeschwert in dieser Atmosphäre sein kann. Hinsichtlich Speis und Trank kann man zu Kuba sagen, dass man sicher nicht verhungern wird. Dennoch sind die einheimischen Speisen den pseudoamerikanischen Pizzen in den Schnellrestaurants vorzuziehen. Diese Restaurants stellen das kubanische Pendant zu Mac Donalds dar und heißen "Rapido", was allerdings nur auf den Namen zutrifft. Man wird hier ebenso mit kubanischer Ruhe bedient. Wenn man seinen Wagen einmal tanken möchte so sollte man genügend Zeit mitbringen. Der gut gemeinte Service an den Tankstellen arbeitet ebenfalls nicht im Akkord. Man kann die Zeit allerdings nutzen um sich in der Tankstelle mit Spirituosen und Bier einzudecken um in der kubanischen Hitze nicht auszutrocknen. Das kubanische Bier ist zwar gewöhnungsbedürftig es gibt aber Nationen die noch weniger mit der Braukunst am Hut haben. Für ein bisschen gute Laune reicht es allemal. Letztendlich sind wir ja dort um Urlaub zu machen und nicht um die Gepflogenheiten dieses Landes mit den eigenen Maßstäben zu vergleichen. |
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