Der Hinduismus, der auch Brahmanismus genannt wird, entstand als ca. 2000v. Chr. arische Eroberer nach Nordindien in die fruchtbare Region des Indus-Tals kamen, sich dort niederließen und sich ihre religiösen Vorstellungen und Glaubensinhalte mit denen der Ureinwohner vermischten. Daher stammt auch das Wort Hindu oder Hinduismus, das von dem dortigen Fluss Indus abgeleitet ist. Heute ist der Hinduismus Religion von mehr als 80% der Bevölkerung Indiens und erstreckt sich von Bangladesh, Nepal, Malaysia bis Bali, Indonesien.
Im hinduistischen Weltbild existieren verschiedene Glaubensrichtungen und Denksysteme gleichberechtigt nebeneinander und es gibt keine geschlossene dogmatische Lehre. Dafür gibt es aber viele verschiedene Götter; jedem Hindu ist es freigestellt den Gott zu verehren, der ihm am Besten gefällt oder gerade Abhilfe schaffen kann in der momentanen Problemlage. Daher ist eigentlich anzunehmen, dass es sich um eine polytheistische Religion handelt, aber im Hinduismus gibt es nur einen höchsten Gott. Die vielen Götter des hinduistischen Pantheons stellen lediglich die Kräfte und Aufgaben des einen höchsten Gottes in der manifesten Welt dar.
Die wichtigsten Strömungen innerhalb des Hinduismus sind der Vishnuismus, Shivaismus und Shaktismus, die aber wiederum völlig verschiedene Gottesvorstellungen beinhalten. Die wichtigsten grundlegenden Schriften sind die Bhagavad Gita, die Veden und die Upanishaden. Weitere wichtige Aspekte hinduistischer Anschauung sind „Reinkarnation “ – die Wiedergeburt und das Prinzip von Ursache und Wirkung - „das Karma“, sowie „Moksha“ – die Erlösung.