Das Schiff ist die Destination

Seereisen boomen seit einigen Jahren. Die Reedereien übertrumpfen sich gegenseitig und bauen immer größere – und auch immer spezialisierter Kreuzfahrtschiffe. War es im Letzten Jahrhundert noch eine Reiseart der Gutbetuchten so sind Kreuzfahrten heute zum Massenprodukt geworden.

So genannte Fun-Kreuzfahrten bestimmen den Markt – lockere Clubatmosphäre im Gegensatz der feierlichen, britischen Eleganz vergangener Tage. Schwimmende Städte mit Bars, Restaurants, Diskotheken für mehrere Tausend Reisende gleichzeitig kommen vor allem aus den Denkfabriken US-amerikanischer Cruise-Spezialisten. Allen Voran die Carnival-Gruppe hat sich hier auch auf dem ehemals traditionsbewussten europäischen Markt eingekauft. Die Liste eingekauften Tochterunternehmen ist lang und deckt jeweils unterschiedliche Segmente ab: AIDA Kreuzfahrten mit ihren deutschen Clubschiffen gehört zu Carnival Cruises ebenso wie Costa Crociere, die alte Dame der italienischen Kreuzfahrtreedereien.

Andere schöne Töchter der mächtigen Mutter sind Holland America Line, Princess Cruises, Cunard und Windstar Cruises.

Trotz einer boomenden Nachfrage wird durch die steil anwachsende Bettenzahl durch Neubauten der Preisdruck immer härter – wer ausgebucht sein möchte muss Spezialist werden – oder günstig fahren. Für den Kreuzfahrten-Fan bringt dieser aktuelle Preiskampf der Giganten hohe Preisvorteile. So können Frühbucher (auf die freuen sich die Vermarkter wegen einer frühen Auslastung besonders) mit Preisnachlässen bis zu 50% des Katalogpreises rechnen – je nachdem wie begehrt das entsprechende schiff und dessen Routen sind. Kreuzfahrtfans wissen aber längst: Kreuzfahrten bekommt man zu Tagespreisen - wer clever ist bucht günstig. Die Reedereien bemühen sich um ein eigenes Profil: Funkreuzfahrten, Luxusreisen oder Seereisen auf Windjammern, besondere Themen an Bord. Das Schiff wird zur Destination.

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