Ägypten: Wissenschaft und Wissen

Ein Urlaub in Ägypten steht bei Vielen allein desshalb auf der Wunschliste, weil hier eine der ältesten Kulturen der Welt ihre Spuren hinterlassen hat. Das Land mit der langen geschite hat aus dieser Zeit auch viele Geschichten zu erzählen:

Während sich die alten Ägypter mit Ackerbau und Viehzucht beschäftigten, war es für die wenigen Auserwählten eine Ehre, sich Wissen anzueignen, dazu mussten sie lesen können. Die Hohe Schule befand sich grundsätzlich im Tempel des Herrschers, also des Pharaos. Mit dem Erlernen des Lesens öffneten sich für die Schüler ungeahnte Möglichkeiten. Zum einen zählten sie nicht länger zur einfachen Bevölkerungsschicht, sondern vielmehr zur den privilegierten Bürgern. Zum anderen konnten sie durch die Kenntnisse des Lesens - und somit auch des Schreibens - wichtige Aufgaben im Dienste des Pharaos übernehmen. Zu diesen Pflichten zählten Realisierung von Projekten technischer Natur, Planung, Durchführung und Berechnung von Bauvorhaben, medizinische Wissenschaften und Lehrämter.

Durch den Status "Bürger" brauchten die Gelehrten und ihre Familien beispielsweise auch nicht mehr darben, wenn eine Hungersnot herrschte. Der Pharao versorgte seine Auserwählten mit allem was nötig war. Nicht selten kam es vor, dass ein Baumeister noch während des Projektes verstarb. Da die gesellschaftliche Stellung der Frau das Arbeiten - außer in Haus und Hof - höchstwahrscheinlich nicht gestattete, wurden sie und die übrigen Hinterbliebenen ebenfalls durch die Anordnung des Herrschers unterhalten. Das erklärt auch, warum nirgendwo erwähnt wird, dass eine Frau ein höheres Amt in der Gesellschaft bekleidet hätte. Zählte man erst einmal zu den Auserwählten, konnte man seine Funktion bei Hofe innerhalb der Familie weitergeben. Oft waren daher Vater und Sohn in einem Vorhaben gemeinsam tätig.

War ein besonders schweres Problem erfolgreich gelöst worden, konnte es ein solcher Gelehrter bis zum Wesir eines Gouvernats bringen.

Nehmen wir einmal den Architekten Imhotep unter Pharao Djoser, dessen Vater ebenfalls Architekt war. Er war Schriftgelehrter, Baumeister, Arzt, Erfinder und Magier in einer Person. Ausgezeichnet hat er sich durch die Erfindung und den Bau der Bewässerungsanlagen für die Felder im Niltal. So avancierte er zum Ratgeber des Pharao Djoser. Einige Ägyptologen vermuten, dass gerade bei den Gelehrten der Hass auf Imhotep gross war, weil er zwar aus bürgerlichem, aber doch einfachen Haus kam und ein so hohes Amt bekleidete. Der Ratgeber des Pharao war eines der höchsten Ämter, das man bekommen konnte.

Das Wissen wurde stets von den Weisen an die Auserwählten weitergegeben, von Generation zu Generation. Natürlich schrieb man die Erkenntnisse auch nieder auf Papyrusrollen, die dann wieder verwaltet werden mußten.

Im Allgemeinen entspringen viele Grundlagen der heutigen Wissenschaft den Erkkenntnissen der alten Ägypter. Nachweisbar ist dies aber nicht mehr in jedem Fall, da durch Überschwemmungen, Brände, Vernichtung durch den Feind und Naturkatastrophen die meisten Niederschriften und sonstiges Kulturgut zerstört wurden.

Mehr Geschichten zum alten Ägypten findet man bei den Reiselustigen vom Reisedago.de.

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