| Steht die Bürokratie Existenzgründern im Wege? |
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Kritik aus der Wirtschaft: „Eigenverantwortliche Unternehmer werden in Deutschland ausgebremst“
„Das Titelbild der Augustausgabe von Technology Review zum Thema ‚Deutschland, deine Erfinder’ zeigt fast nur 'ältere' Herren und belegt, wie sehr viele redaktionelle Ansichten an der Realität des Standorts Deutschland vorbeigehen“, kritisiert der Firmengründungsexperte Frank Rinn vom Heidelberger Ingenieurbüro Rinntech http://www.rinntech.com. Deutschland sei nicht nur hoch entwickelt und arbeitsteilig sei, sondern darüber hinaus auch noch extrem reguliert durch Gesetze und Verordnungen. „Innovationen bedeuten dann nicht nur Umsatzverluste etablierter Marktteilnehmer oder Kompetenzverluste von Behörden oder Verbänden, sondern auch die Notwendigkeit, Regulationen zu ändern. Und das kann Jahre bis Jahrzehnte dauern, vor allem auch, weil die etablierten Marktteilnehmer in Gremien und Verbänden etabliert sind und Einfluss auf zuständige Behörden haben, die für Regulierungen zuständig sind. Viele Innovationen können sich in Deutschland nicht etablieren, weil ihnen Verordnungen entgegenstehen oder die Einstiegshürden zu hoch sind“, weiß Rinn. Für manche Produktinnovationen sei beispielsweise eine behördliche Zulassung mit extrem hohen Kosten und enormem Zeitverlust verbunden. „Hinzukommen oftmals unglaubliche Bürokratiehindernisse - nicht nur solche, die auf Drängen und mit Unterstützung von etablierten Marktteilnehmern aufgebaut wurden, auch um unliebsame Konkurrenz zu unterdrücken. Warum erfolgt die Stellenzuweisung von Bauämtern in Abhängigkeit von deren Umsatz? Solange staatliche Strukturen wie auch Honorarordnungen Verschwendung begünstigen und Einsparungen bestrafen, werden viele Innovationen weiterhin immanent blockiert“, kritisiert Rinn. So brauche man oft Jahre, um eine Zulassung für ein energiesparendes Heizsystem zu bekommen. „Zudem werden Monopole wie das Grüne Punkt-Mülltrennungssystem durch den Staat geschützt, obwohl der freie Markt die ökologisch und ökonomisch besseren Lösungen bereits hervorgebracht hat, wie beispielsweise mit dem Trockenstabilatsystem“, so Rinn.
Der öffentliche Ruf nach echten Innovationen wirke insofern wie der Wunsch, sich zu waschen ohne dabei nass zu werden: „Angeblich wollen alle Innovationen, wenn diese aber kommen, dann schreien die Betroffenen, kämpfen still und heimlich, um die Innovationen zu unterdrücken oder zu verhindern. Solange Besitzstandswahrung bei uns nicht nur ein verständliches individuelles Streben ist, sondern die Grundlage eines staatlichen und behördlichen Regulierungswahns, werden es echte Innovationen weiterhin schwer haben“, sagt Rinn. Da nützen auch angebliche Risiko-Milliarden wenig, so lange die Mehrzahl der Investoren und Business Angel wie die Lemminge dem Investitions-Mainstream folgen. „Was Deutschland braucht sind mehr eigenverantwortliche Unternehmer, die steuerlich nicht noch dafür bestraft werden, dass sie im Gegensatz zu angestellten Managern persönliche Verantwortung übernehmen. Unternehmer brauchen Kapital und ab und zu auch etwas öffentliche Anerkennung ihrer Risikobereitschaft und ihres Engagements. Was wir nicht brauchen sind Manager, die mithilfe astronomischer Abfindungen von Job zu Job springen und ebenso wenig brauchen wir Behörden, die nur um ihre Existenz und Größe dauerhaft zu rechtfertigen an überkommenen Regeln und Strukturen festhalten. Die für den Ausbau echten Unternehmertums notwenigen steuerlichen Änderungen sind seit langem bekannt, bleiben aber in den Schubladen, denn die praktizierte Politik ist nichts anderes als das Ergebnis der lobbyistischen Einflusskräfte aus Großindustrie, Verbänden und Behörden“, so Rinn. Solange es diesen bestimmenden Kräften gut gehe, haben sie keinen Anlass zu Änderungen. Ein amerikanischer Unternehmerkollege von Rinn meinte dazu: "The Germans only learn the hard way." |
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