MPU Vorbereitung mit immer mehr Frauen

Sind Frauen die besseren Autofahrer?

 Dieses Thema führt seit vielen Jahren in hitzigen Diskussionen am Stammtisch bis hin zu renommierten Fachleutegremien zu polarisierenden Meinungen.

Wenn man jedoch Zahlen und Fakten objektiv prüft, findet man ein verträgliches Ergebnis.Früher waren Frauen als Kraftfahrerinnen unterrepräsentiert, jedoch haben sie mit zunehmenden liberaleren Rollenverständnis auch dort ihren Platz erobern können.

Also ist die Gruppe der Kraftfahrerinnen quantitativ sehr stark angestiegen.

 Die Rolle der jungen Fahranfänger wird gleichwertig von beiden Geschlechtern in Anspruch genommen. Es gibt nun viele Argumente, man könne Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, die ins Feld gebracht werden. Wie z.B. Frauen fahren weniger Kilometer, nur zu bestimmten Zeiten, ließen lieber Ihren Partner fahren, stellten das Fahren als Hausfrau und Mutter gänzlich ein usw.Diese Argumente sind weltfremd und nicht sachbezogen.Die Unterscheidungen zwischen Mann und Frau am Steuer, sind an anderer Stelle zu suchen und da schneidet die Frau besser ab.

Schon vor Jahren haben dies die Autoversicherer erkannt und räumen Frauen Rabatte ein.Wir wissen dass es drei Hauptunfallursachen gibt. An erster Stelle die nicht angepasste überhöhte Geschwindigkeit, gefolgt von zu geringen Abstand und danach Unfälle unter Alkohol- oder Drogeneinfluss - Das Eine schließt das Andere nicht aus.

 Bei diesen Unfällen sind die Frauen noch unterrepräsentiert, es ist vielmehr die Domäne der Männer und die der männlichen Fahranfänger im Alter zwischen 18 und 24 Jahren.

Männer erleben diese Zeit , die ziemlich zeitnah in die Adoleszentenzeit des Heranwachsenden fällt, ( Entgültige Ablösung vom Elternhaus und Entwicklung der eigenständigen Individualexistenz) als Zeit der Herausforderung und Risikobereitschaft.Gruppenzwang, das Phänomen des „thrill“ beherrscht den männlichen Jugendlichen eher als die heranwachsende Frau.

 Männer besitzen eine gefühlsbetonte Affinität zum Auto und zum Autofahren. Der Führerschein gibt Ihnen die Erlaubnis individuell ins Leben einzugreifen. Dabei kommt es auch zu überzogenen Verhaltensweisen die oft einen Entzug der Fahrerlaubnis zur Folge haben.

 Männer überschätzen ihre Fahrkompetenz und ihr fahrerisches Können eher als die Frauen, die wohl das richtige Gespür zur Vorsicht und realistischen Einschätzung von Gefahr besitzen.Jedoch relativiert sich im Laufe der Zeit auch diese Entwicklung und es ist abzusehen, dass sich noch einmal etwas in den Statistiken ändern wird.

 Frauen holen in allen Bereichen weiterhin auf. So ist schon jetzt zu sehen, dass Frauen immer öfter in Verkehrsdelikten mit überhöhter Geschwindigkeit verwickelt sind. Es entwickelt sich auch hier der Typ des „Zeitnotfahrers“ aufgrund eines mangelhaften Zeitmanagements. Die Rollen werden anders verteilt und die Frau ist nicht nur Hausfrau und Mutter, sondern auch Arbeitnehmerin und muss sich dem Zwang der Mobilität beugen.Und jenseits der Verkehrsvorschriften wird das Kind mit überhöhter Geschwindigkeit in Schule oder Kindergarten gebracht.

 Die Änderung der Rollenverteilung greift in allen Bereichen des täglichen Leben. So ist es nicht verwunderlich, dass es nun auch die Punktesünderin in Flensburg gibt. Ebenso gibt es zunehmend Frauen, die alkoholisiert am Steuer erwischt werden und vielleicht Coaching oder sogar Psychotherapie bräuchten.

 Das hat nichts mit zunehmenden Frauenalkoholismus zu tun, sondern eher mit zunehmender Fahrleistung der Frauen. Die Zahl der Alkoholmissbraucher liegt bei ca. 10 Millionen Bürger unserer Republik.Und die fahren nicht alle mit dem Bus zur Arbeit.  Die Bild Zeitung brachte schon in den achtziger Jahren die Schlagzeile „Täglich 1 Millionen betrunkene Autofahrer auf den Straßen!“

 Statistisch fährt jemand rund 800 Mal alkoholisiert mit dem Auto bevor er verkehrsauffällig wird. Auch dort sind die Frauen im Vormarsch und müssen sich, wenn der Führerschein entzogen ist, der MPU stellen. Diese Form der Untersuchung wird im Volksmund „Idiotentest“ genannt und auch dort sind Frauen, wie Männer als Probanten zu finden.

 Daher überrascht es nicht, dass in den letzten Jahren auch zunehmend mehr Frauen eine MPU Vorbereitung besuchen, um sich mit der Entstehung eines Alkoholmissbrauchs oder gar einer Abhängigkeit auseinander zusetzen und neue Strategien zu erlernen.Oft zeigt sich während der MPU Vorbereitung, dass sich auch ungünstige Einstellungen zur eigenen Persönlichkeit verändern und die Frauen (wie auch die Männer) über mehr Lebenszufriedenheit berichten.

 

Autor: Karl-Heinz Matz - MPU Vorbereitung im Ruhrgebiet

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