Jobben in der Trommelbude
Kürzlich traf ich eine Bekannte in einer Gaststätte, die mir nach den üblichen Ritualen der Begrüßung und der Aufwärmphase erzählte, dass sie jetzt einen neuen Job hätte. Informiert über freie Stellen hätte sie sich im Internet, und so wäre sie auf Stellenangebote Callcenter, eine Rubrik in einer branchenüblichen Internetseite gestoßen.

Kurzerhand hatte sie sich beworben und auch prompt eine Zusage für eine Tätigkeit in dieser Branche erhalten. Der erste Arbeitstag, das gab sie zu, hätte sie ganz schön geschlaucht. Nicht nur das permanente Reden am Telefon sei sehr anstrengend gewesen, auch die Konzentration in einem Raum, in dem mehr als 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mittels Telefonanlage und freundlicher Stimme für Ihren Brötchengeber tätig waren, hätten ihren Tribut gefordert.

Eine weitere Belastung, so schilderte sie, wäre gewesen, das viele Leute am Telefon sehr unfreundlich waren.
Diese hätten Ihren Unmut dann sehr schroff ausgelebt. Doch inzwischen hätte sie sich an alles gewöhnt und mache diesen Job inzwischen sehr gerne. Nach der langen Zeit der Erwerbslosigkeit hätte sie sowieso fast jedes Arbeitsangebot angenommen, egal ob es ihrer Berufsausbildung als Verkäuferin im Einzelhandel entsprach oder nicht.

Heute denkt sie sichtlich erleichtert an die Zeit zurück, als sie täglich bis zu 8 Stunden im Laden stand und besondere Bekleidungsstücke für korpulente Damen im Unterwäschenbereich verkaufte. Abends taten ihr, so erzählte sie, die Füße weh und das Anbieten von Unterwäsche für ältere Damen wäre ja ohnehin keine wirkliche Aufgabe für sie gewesen. Jetzt stehe im Mittelpunkt Ihrer beruflichen Aufgabe, über das Telefon Gewerbetreibende dazu zu bewegen, etwas für Ihre Internetpräsenz zu tun.
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