Gesunder Bauen mit Lehm
Lehm setzt sich aus Verwitterungsprodukten von Felsgestein zusammen, nämlich Ton, Schluff (Feinstsande) und Sand. Diese unterscheiden sich in den Partikelgrößen und werden im Rahmen definierter Mischungsverhältnisse als Lehm bezeichnet. Neben Holz der wichtigste und älteste Baustoff unserer Erde, wird Lehm in den trockeneren Gebieten seit Jahrtausenden meist ungebrannt beim Hausbau bzw. beim Lehmbau eingesetzt, in niederschlagsintensiven Gebieten vorwiegend im Innenbereich.

Lehm, der sowohl tonreich und damit zum Brennen (z. B. von Ziegeln) geeignet als auch tonarm auftritt, entsteht durch Einwirkung von Wasser bzw. Eis als Auen- oder Gletscherlehm oder durch Partikelverfrachtung bei Wind als Lößlehm. Bei wenig fortgeschrittener Verwitterung enthält Lehm auch Kalk. In den kalkarmen Regionen Deutschlands wird Lehm, der in sog. Lehmkuhlen abgebaut wurde, als Baustoff bis Mitte des 20. Jahrhunderts in Innenwänden und Geschossdecken verwendet.


Seit etwa 25 Jahren feiert Lehm im Innenausbau eine Wiedergeburt, da dieser Baustoff als Lehmputz verwendet sehr gut Wärme speichert und Luftfeuchte regulierend wirkt. Die hohe Bindekraft von Lehm entsteht durch den Ton. Bei Wasserzugabe quillt Lehm, bei der Trocknung schrumpft er, was beim Einsatz als Baustoff zu berücksichtigen ist. Lehmputz sind extrem diffusionsoffen, auch dahinter liegende Wandteile können dadurch Feuchtigkeit abgeben oder aufnehmen. Durch diese Diffusionsoffenheit erreicht mensch ein gesundes Raumklima mit idealer Raumfeuchte zwischen 40 und 60%, was weder die Schleimhäute reizt noch zu Schimmelbildung führt.

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