Schneidesoftware für Schneideplotter - Die Kunst der Schleppmesser Kompensation

Schneideplotter schneiden mit einem kleinen Messer Buchstaben und Grafiken aus einer Folie. Dabei unterscheidet man zwischen Plottern mit Schleppmesser und Tangentialmesser. Schleppmesserplotter haben den Schneidepunkt außerhalb der Mitte. Bei Tangentialplottern liegt der Schneidepunkt in der Mitte. Schneidesoftware ist zur Ansteuerung von Schneideplottern mit Schleppmesser sehr wichtig. Für Schleppmesserplotter ohne Kompensation ist die Software entscheidend. Diese muss sich um die Offsetkompensation kümmern. Dabei wird der Offset (Abstand der Messerspitze zur Mitte) des Messers kompensiert.

Die Kunst, das Schleppmesser zu führen:

Der Schneidevorgang beinhaltet immer die selben Schritte:

1. Refferenzschnitt: zwei kleine Linien in Form eines "L" werden zu Beginn geschnitten, damit der Rotationswinkel des Messers einen bestimmten Winkel hat (z.B. 0°). Von jetzt an kann man immer errechnen, welchen Rotationswinkel das Messer gerade hat.

Dieser ergibt sich aus den angefahrenen Positionen mit gesenktem Messer.

2. Einstichspunkt mit gehobenem Messer anfahren

3. Aktuellen Rotationswinkel mit gesenktem Messer auf den Winkel der nächsten Linie bringen. Das ergibt dann diese kleinen Bögen.

3. Linie mit gesenktem Messer schneiden.

4. Wenn nächstes Objekt kommt >>> weiter mit Punkt 2

5. Ansonsten bis Dateiende weiter mit Punkt 3

Es ist zu beachten, dass unnötige Schnitte im Inneren von Buchstaben nur die Belastbarkeit der Folien beeinträchtigen. Nehmen wir z.B. den Innenteil eines "A" hier würden "Überschnitte" in den Spitzen Ecken das Risiko von Rissen erheblich erhöhen. Deshalb ist es wichtig, dass die Messerspitze wirklich nur die Konturenpfade schneidet und nichts anderes.

Daraus ergibt sich dann folgendes Schneidebild:

Die Aufbereitung der Schneidedaten erfordert eine ganze Menge an geometrischen Rechnungen. Je genauer die Berechnungen sind desto höher ist die Qualität des Ergebnisses. Natürlich spielt die Auflösung des Plotters auch eine entscheidende Rolle.

Die Radien, mit denen der neue Winkel des nächsten Schnittes angefahren wird ergeben sich aus dem Abstand der Messerspitze zum Mittelpunkt. Die Schneidedaten kommen meist aus einer Datei, die von einem Grafikprogramm wie z.B. Corel DRAW (R) erstellt wurde. Diese Daten müssen dann noch für das Schleppmesser kompensiert werden und können danach zum Plotter geschickt werden. Ein Vorteil bei der Verwendung von CorelDRAW (R) ist, dass es sehr kostengünstig zu bekommen ist und über eine Vielzahl an Funktionen verfügt.

Es gibt auch Signmaking Software, welche sowohl die Gestaltung als auch die Produktion vereint. In größeren Firmen ist der Einsatz eines Plottspoolers sinnvoll. Über diesen lassen sich verschiedene Plottaufträge auswählen und zum Plotter schicken, wärend auf einem anderen Computer mit der Schneidesoftware für Schneideplotter weitergearbeitet werden kann. Wartezeiten werden vermieden.

Eine Schneidesoftware, die HPGL Dateien aufbereiten kann und zum Plotter schicken kann wäre z.B. SIGNANTCUT FOR SIGNMAKING von der Firma Pippinger. Das Schneideprogramm kann auch als Plottspooler eingesetzt werden. Es können verschiedene Einstellungen für verschiedene Plotter verwaltet werden. So werden alle Materialien optimal geschnitten (Plotterfolie, Flockfolie, Transferfolie, Planenfolie etc.).

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