| Fotografie - Schreiben mit Licht und Software |
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Als 1827 das erste Foto der Welt gemacht wurde, hätte sich sein Erschaffer sicherlich nie träumen lassen, was fast zweihundert Jahre später alles möglich sein würde. Heutzutage - im digitalen Zeitalter - wo plötzlich so viele Dinge selbstverständlich sind, denkt wohl kaum jemand daran zurück, wie es mit der Fotografie einmal angefangen hatte. Das allererste richtige Foto (der fotografische Effekt wurde bereits einige Jahre zuvor entdeckt – konnte aber noch nicht gezielt genutzt werden) zeigt einen Blick aus dem Fenster des Forschers Nicéphore Niépce. Häuserdächer sind wage zu erkennen, Hell und Dunkel fügen sich körnig zu dem schemenhaften Abbild einer Gebäudeflucht zusammen. Damals war dieses Bild einem Wunder gleich und die Abbildungsqualität eher nebensächlich. Heute jedoch können die Ansprüche gar nicht mehr hoch genug sein. Wir fotografieren mit digitalen Kameras, die niemand mehr als wunderhaft, sondern viel mehr als selbstverständlich bezeichnet, und machen uns Gedanken um Bildrauschen und Datenformate. Ein Bild aufzunehmen ist mittlerweile kinderleicht und Kameras gibt es in allen Preis- und Qualitätsklassen. Entsprechende Bearbeitungssoftware gibt es teilweise sogar gratis dazu. Tagtäglich entstehen Unmengen von neuen Bildern, Urlaubsfotos und Schnappschüssen - und vielleicht auch das ein oder andere Kunstwerk. Der Begriff „Fotografie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet frei übersetzt etwa „Schreiben mit Licht“. Sinnbildlich trifft dies für weite Teile der Fotografie-Geschichte zu. Doch haben auch schon die frühen Fotografen festgestellt, dass nicht nur die Aufnahme selbst, sondern auch ganz wesentlich die Entwicklung oder die Bearbeitung des Ausgangsmaterials das fertige Bild zu dem machen, was es ist. Es wurden unzählige mehr oder weniger komplizierte Verfahren entwickelt um das Bildergebnis nachträglich (nach der Aufnahme) zu beeinflussen. Solche Verfahren nennen sich beispielsweise Cross- oder Ausgleichentwicklung. Doch wie sieht es heute aus? Das Fotolabor liegt heute nicht mehr in abgedunkelten Räumen, sondern immer häufiger im Arbeitszimmer des Fotografen. Der moderne Fotograf „entwickelt“ seine Bilder am Rechner. Einige Beispiele dazu finden Sie in unserem Portfolio. Das digitale Zeitalter schenkt uns die Möglichkeit in ein Bild einzugreifen, seinen Ausdruck zu verändern und lässt uns manchmal das Gesehene sogar vollkommen neu entdecken. Ein Bild ist nicht länger nur Abbildung. Es geht darum eine Geschichte zu erzählen, eine Aussage zu treffen, Stellung zu beziehen oder einfach nur darum ein Gefühl zu vermitteln. Der Fotograf beeinflusst sein Bild heute mehr denn je. Anstatt es nur aufzunehmen, gestaltet er es. Er malt mit Licht, spielt mit Farben und zeichnet mit Software. Er interpretiert seine Aufnahme, verändert sie und verleiht ihr seine ganz persönliche Note. Erlaubt ist dabei was möglich ist – und natürlich was gefällt. Begriffe wie Fotomontage und Retusche sind mittlerweile fast jedem geläufig und sind – behutsam angewendet – ein fast wunderbares Mittel um einem Bild den letzten Schliff zu geben, oder etwas Besonderes aus ihm zu machen. So können Bilder ihre Gestalt verändern und Fotomodelle zu elfenhaften Wesen werden. Joerg und Nicole Wiessner (info(ät)alive-photography.de) alive photography - fotografien von joerg und nicole wiessner |
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