| Die Normannen |
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Nordmannen Wikinger mittelalterliche Bezeichnung für Skandinavier, besonders für die seit dem Ende des 8. Jahrhunderts die europäischen Küstenstädte und -gebiete plündernden Seefahrer aus den nordischen Ländern (Dänen, Norweger, Schweden). Seit 800 suchten sie immer häufiger Küsten- und Flussgebiete des Frankenreichs heim, eroberten wiederholt Paris und zerstörten 845 Hamburg. Ihre Flotten drangen bis Mainz und Metz (881), Burgund (Seine- und Saônequellen, 886) und ins Mittelmeer vor. Eine Gruppe unter Rollo ließ sich in der Gegend um Rouen nieder und gründete 911 das Herzogtum Normandie. Andere Scharen setzten sich seit 866 planmäßig in England fest. 1066 eroberten die nordfranzösischen Normannen England. Auf der Insel Man hatten die Normannen 820 ein Königreich gegründet, das sich bis 1266 hielt. Im 9. Jahrhundert wurden weitere Kleinkönigreiche der Normannen errichtet. Seit 860 kamen die Normannen nach Island und ließen sich dort ab 874 nieder, seit etwa 981 nach Grönland, um 1000 nach Amerika. Schwedische Normannen (Waräger) drangen in den Ostseeraum und nach Russland vor (9. Jahrhundert) und erreichten Byzanz. Das Mittelmeer war seit dem Niedergang der römischen und später der byzantinischen Flottenmacht begehrtes Raubgebiet für Normannenzüge. Seit 1016 traten Ritter aus der Normandie in den Dienst süditalienischer Fürsten. Robert Guiscard (1059-1085) eroberte ganz Unteritalien und nahm es als Herzogtum (Apulien und Kalabrien) vom Papst zu Lehen. Roger II. wurde 1130 vom Papst, der die Normannen als Gegengewicht gegen die deutschen Könige und Kaiser brauchte, als König von Sizilien, Kalabrien und Apulien anerkannt. Die staatsbildende Begabung der nur dünnen normannischen Oberschicht hat sowohl in Süditalien als auch in der Normandie gut organisierte Staaten mit hoher Kultur geschaffen, deren Einrichtungen (Zentralismus, Beamtentum) im Mittelalter vorbildlich für andere europäische Staaten wurden. Christoph Gerold Webdesign und Webhosting Gfx Forum |
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