Die Bildhauerin Camille Claudel

Die Geschwister Claudel waren Künstler: Paul Claudel ein Schriftsteller und seine Schwester Camille Claudel Bildhauerin. Zu Lebseiten war Paul der erfolgreichere der beiden, heute aber, weit nach ihrem Tode erlangte Camille Weltruhm. In ihrem Leben aber blieb ihr die Anerkennung verwehrt und ihr Leben wurde zu einer tragischen Geschichte.

Camille wurde am 8. Dezember 1864 in Fère-en-Tardenois geboren.

Schon mit elf Jahren begann Camille mit Ton zu arbeiten. Unterstützt hatte sie dabei der Bildhauer Alfred Boucher, der ihre Leistungen aufgrund ihres großen Talentes förderte.

1881 hatte sie die Möglichkeit Kunst zu studieren und arbeitete mit anderen Studentinnen in einem eigenen Atelier.

Damals entstand die erste Büste von ihrem Bruder. Ihre Bildnisse stellte sie in den 1880er Jahren regelmäßig in einem Salon aus.

1883 traf sie auf den schon zu dieser Zeit sehr bekannten und viel gerühmten Bildhauer Auguste Rodin, der sie zutiefst beeindruckte. Diese Bewunderung beruhte auf Gegenseitigkeit. Sie begannen zusammen zu arbeiten und aus der Anziehung der Beiden zueinander wurde eine leidenschaftliche Liebesbeziehung.

Camille Claudel schuf Skulpturen in seinem Namen und setzte viele seiner Entwürfe in Marmor um. Sie half ihm viele Hände und Füße für seine Plastiken zu modellieren. Ihre erste Ausstellung eigener Werke, in dem Salon, den Rodin und ein weitere Bildhauer gegründet hatten, wurde zunächst sehr kritisiert, erfuhr aber im Jahr darauf dann großes Lob.

In den nächsten Jahren beteiligte sie sich an vielen Ausstellungen, wobei ihr größtes Ziel war, als unabhängige Bildhauerin anerkannt zu werden.

Doch ihr wurde immer noch vorgeworfen, dass sie zu abhängig von Rodin sei und es gelang ihr nicht, sich über dieses Urteil zu erheben.

Im Jahre 1891 trennten sich Auguste Rodin und Camille Claudel voneinander und der Kontakt verebbte daraufhin vollständig.

In den folgenden Jahren lebte sie zurückgezogen und in finanzieller Not in ihrem Atelier. In diesen Jahren entwickelten sich ernsthafte psychische Störungen, die sich zu einem Verfolgungswahn ausweiteten. Dieser Wahn führte sie 1913 in eine Nervenheilanstalt und nur ein Jahr später wurde sie in eine geschlossene Anstalt eingewiesen, die sie bis zu ihrem Tode nicht mehr verlassen konnte.

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