Axel von Ernst liest in Bremerhaven

In einführenden Worten gab Chefdramaturg Andreas Strähnz einen kurzen Einblick in den bisherigen Weg des Künstlers, der 1971 geboren ist, und erwähnte mit Genugtuung, wie es dem Stadttheater Bremerhaven durch schnelle Entschlossenheit gelungen sei, die Uraufführung von „Betrug“ den „Großen“ wegzuschnappen.


Dann bestieg Axel von Ernst die Bühne und begann mit einem Text, der in der jungen Berliner Literaturzeitschrift „sprachgebunden“ erschienen ist, ein Text über das problematische Verhältnis eines Künstlers zu den Frauen, entstanden als Reaktion auf Gemälde des Malerfreundes Peter Rusam. Die Bilder dieses Gerhard-Richter-Schülers waren zeitgleich als Dias an der Wand zu sehen – beeindruckend sie selbst und auch das Zusammenspiel von Text und Bild. Hiernach wurde es ausgesprochen humorvoll: Axel von Ernst las weiterhin verschiedene Texte aus einem noch unvollendeten Zyklus.

Seine Helden heißen Heinz, Gerhard, Helmut, Petra oder Erwin, sie schlafen beim Fernsehen ein, hören peinliche Geräusche hinter der Zimmerwand, trauern ihrer verstorbenen Frau nach, himmeln betrunken die Bedienung an, versuchen eine ungeschickte Kontaktaufnahme mit jungen Leuten oder denken über das moderne, unsinnliche Sexualverhalten nach. Die letzte Geschichte wurde wieder von den Bildern eines Malers begleitet, an die sie sich atmosphärisch anlehnte: Nächtliche Kneipen und Rotlichtlokalitäten des diesjährigen Villa-Romana-Stipendiaten Robert Klümpen.


Axel von Ernst las lebendig und gut, es wurde häufig gelacht. Manchmal melancholisch, immer freundlich ironisch – so soll auch „Betrug“ sein, Axel von Ernsts Schauspielsatire auf eine Familie, die Besuch von einem „Mephisto für Arme“ bekommt. Das Lesungspublikum in Bremerhaven applaudierte sehr freundlich und dürfte tatsächlich neugierig geworden sein auf die Uraufführung im Stadttheater Bremerhaven am 3. Dezember.


Weitere Infos zu den aktuellen Veranstaltungen finden Sie unter:


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