Das Handy - so normal und selbstverständlich

Wenn ein Handy wirklich sprechen könnte, hätte es am Ende seiner Lebenszeit sicherlich viel zu erzählen. Es könnte berichten von den Gesprächen, zu denen es unzählige Male benutzt wurde, sei es aktiv oder passiv.
Wie oft wurde es flüsternd benutzt, wie oft aber hätte es sich gewünscht, nicht so angeschrieen zu werden.
Was hatte es alles von dieser Welt gesehen, es wurde überall mitgenommen, vom Klo bis hin zu den fernsten Ländern dieser Erde.
Sogar ein Fall in die mit Wasser gefüllte Badewanne konnte dem Handy nichts anhaben. Seine Robustheit half ihm zu überleben. Und auch, wenn der Akku fast schon leer war, hielt es immer noch her.
Und nun, wo der Handyvertrag so langsam auslief, wurde seinem Besitzer ein Nachfolger angeboten.
Ja man kann diese Geschichte mit dem Handy auf das Leben übertragen. So scheint es auch mit den Menschen.

Zumindest auf das Arbeitsleben lässt sich diese Geschichte beziehen. Hat der Mohr seine Schuldigkeit getan, dann ist es Zeit für was Neues.
Was Tauglicheres muss her, etwas, was auf dem neusten Wissenstand der Technik ist. Wichtig ist, der Akku ist voll. Egal, was man zuvor geleistet hat, es zählt leider
letztlich nur das, was jetzt ist. Und die Entwicklung schreitet ständig fort. Was heute Hightech ist, ist morgen schon wieder überholt. Man kann in dieser schnelllebigen Zeit oft gar nicht folgen.
Wer heute noch so viel leistet, kann morgen schon zum alten Eisen gehören. Aber auch altes Eisen kann interessant sein. Wichtig ist, dass es kein Rost ansetzt und allen Widerständen trotzt.

Helmut Naber

hnaber[ät]gmx.de

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