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Acrylamid: Eine überschätzte Gefahr? |
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Acrylamid
ist ein leicht wasserlösliches Amin, das sich vor allem beim Rösten, Braten
oder Backen bildet. Es entsteht dabei aus der Reaktion freier Aminosäuren mit
Glukose und Fruktose bei Temperaturen über 150 Grad Celsius. In der Regel gilt,
dass sich umso mehr Acrylamid bildet, je stärker der Bräunungsgrad eines
stärkehaltigen Lebensmittels ist. Vor allem weisen Kartoffelchips, Pommes frites
und Lebkuchen hohe Gehalte auf, aber auch Backwaren, die als Triebmittel
Ammoniumkarbonat enthalten, das die Acrylamidbildung zusätzlich erhöht. Die
geschätzte täglich aufgenommene Menge schwankt dabei durchschnittlich zwischen
0,5-1 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht (2). Für die kanzerogene Wirkung
ist die mehrjährige Acrylamidaufnahme bedeutend. Ein gesundheitliches Risiko
kann nur bei einem hohen Verzehr stark acrylamidhaltiger Lebensmittel
entstehen. Trotzdem müssen sich Anstrengungen zur Belastungsverminderung zum
präventiven Gesundheitsschutz verstärken, fordert Jolanta Schoida. Weltweit
sind jedoch Bemühungen diesbezüglich erlahmt. Lediglich in Deutschland gibt es
Signalwerte für die am höchsten mit Acrylamid belasteten Produktgruppen. In diesem
Zusammenhang existieren einige Empfehlungen zur Minimierung der
Acrylamidbelastung. Dunkler Gebackenes oder Frittiertes sowie Temperaturen über
150 Grad Celsius bei der Zubereitung von Getreide und Kartoffeln sind dabei
möglichst zu meiden. Verbraucher sind über weitere Möglichkeiten wie Ersatz von
Ammoniumkarbonat zur Senkung des Arcylamidgehalts in Risikoprodukten
ausreichender zu informieren, betont Jolanta Schoida abschließend. Weitere
Informationen sind unter www.ernaehrungsmed.de erhältlich. Am 7. und
8. Oktober findet in Aachen der 4. Internationale Diätetik Kongress statt.
Schwerpunktthemen sind Rheuma, Osteoporose, Gelenkerkrankungen, Allergien,
Nahrungsmittelunverträglichkeiten und sekundäre Inhaltsstoffe. |