Geburtstagsreden: Übertreiben Sie ruhig ein wenig

Eine Geburtstagsrede ist kein Schriftstück. Kein Memo. Kein Bericht. Kein Zeugnis. Eine Geburtstagsrede ist wie ein Gespräch, es ist mündliche, gesprochene Sprache - und da dürfen Sie tun, was man im Gespräch immer tun darf: ein bisschen übertreiben.

Dies ist üblich, die rhetorische Figur der Hyperbel, und das Publikum erwartet es auch bei Geburtstagsreden. Aber Achtung: Bringen Sie übertriebene Aussagen nicht in schriftsprachlicher Form. Beispiel: Ein Mitarbeiter feiert Geburtstag - beginnen Sie keinesfalls so, wie es z. B. ein bekanntes Musterredenbuch vorschlägt:

"Vierzig Jahre umfasst der Zeitraum, den Sie, Herr Mustermann, in unserem Hause Dienst getan haben, und Sie waren, wenn es nötig war, immer einsatzbereit."

Kein Mensch ist über Jahrzehnte hinweg immer einsatzbereit, wenn nötig. Das ist die Übertreibung in der Aussage - und normalerweise kein Problem in einer Rede.



Nur: Der Redner verwendet schriftsprachliche Floskeln (z. B. "umfasst der Zeitraum") und spricht in seiner Geburtstagsrede, als würde er aus einem Schriftstück zitieren (Arbeitszeugnis). Damit gibt er seiner Aussage einen sehr offiziell klingenden Wahrheitsgehalt.

Dies sollten Sie bei Ihrer Geburtstagsrede vermeiden, wenn Sie übertreiben. Lösung: Nutzen Sie mündliche Sprache statt bürokratische Floskeln:

"Herr Mustermann, Sie waren immer einsatzbereit, wenn wir Sie gebraucht haben!"

Noch besser: Verwenden Sie bei bildhafte Sprache für Übertreibungen. Bei Geburtstagsreden zum Beispiel so:

"Herr Mustermann, immer wenn es brennt - dann spielen Sie den Feuerwehrmann!"

Damit schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe:

1. Ihre Aussage wirkt stärker - kraft der Bildersprache.

2. Auf den Wahrheitsgehalt kaum man Sie kaum festnageln. Sie haben in Ihrer Geburtstagsrede ja kein Arbeitszeugnis ausgestellt - sondern lediglich von einem Feuerwehrmann gesprochen ...

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