| Autobauer sollen nicht mehr über Katalysator-Tests bestimmen |
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Washington, Richmond, www.ne-na.de – Auf Druck eines Herstellers von manganhaltigem Antiklopfmittel für Benzin hat das amerikanische Umweltbundesamt EPA die Alterungstests für Autokatalysatoren neu formuliert. Vordergründig ein Sieg der Chemiefirma Afton, wahrscheinlich auch eine Reaktion auf 25 Rückrufaktionen der Autobranche wegen defekter Katalysatoren. Betroffen waren rund 3,7 Millionen Fahrzeuge. Die EPA behandelt den Ausstoß von asbestähnlichen Keramikfasern aus Kats nicht öffentlich, muss aber damit rechnen, dass die Asbestverseuchung New Yorks nach dem Anschlag auf das World Trade Center die Aufmerksamkeit auf krebserregende Fasern lenkt. Wortreich erklärt sie auf 156 Seiten in bestem Technokraten-Englisch die Überarbeitung der alten Tests aus dem Jahr 2000 (CAP 2000), dass sie dem Gerichtsurteil genüge tue und die Autohersteller dennoch nicht zu sehr gängele. Der Wunsch von Ethyl, mittlerweile als Afton Chemical firmierend, auch die Verträglichkeit von künftigen Benzinzusätzen zu testen, wird abgelehnt. Beginnend mit dem Modelljahr 2008 können Autohersteller die Haltbarkeit der Katalysatoren nach drei Verfahren nachweisen: Alterung des Gesamtfahrzeuges in einem Fahrtest, Alterung des Kats auf einem Prüfstand oder durch 20 vier bis fünf Jahre alte Stichprobenfahrzeuge aus der laufenden Flotte. Damit werde nachgewiesen, dass die Emissionsminderung auch über die gesamte Nutzungsdauer der Fahrzeuge von statistisch 193.000 Kilometern (120.000 Meilen) funktioniert. Abgesehen von einigen Details hat sich Folgendes geändert: Die EPA schreibt die Testverfahren fest und verlässt sich etwas weniger auf die Eigenverantwortung und Qualitätssicherung der Autohersteller. Letztere hat in der Vergangenheit nicht immer zuverlässig funktioniert. Zwischen 1991 und 2005 gab es Hunderte von Rückrufaktionen wegen emissionsrelevanter Mängel http://www.epa.gov/otaq/recall.htm. Häufig ging es nur um Fehlanzeigen von Warnlampen oder unkorrekte Aufkleber für die Emissionseinstufung. Auch der in den USA vorgeschriebene Aktivkohlekanister zur Tankentlüftung wurde häufig bemängelt. Insgesamt gab es jedoch auch 25 Rückrufaktionen wegen kaputter Katalysatoren. Markant war die häufige Schadensursache “Erosion der Lagermatten aus Keramikfasern und/oder Zerbrechen des Keramikblockes” in 17 Fällen. Betroffen von den 25 Rückrufen waren die Hersteller (jeweils Modelljahre): BMW (1997 - 1998), Chrysler (1989 – 2001), Ford (1986 – 1993, 1995 – 1996), GM (1992, 1994), Hyundai (1990, 1992), Kia (1995), LandRover (1995 – 1997), Mazda (1990), Nissan (2002), Subaru (1987), Toyota (2004) und VW (1999 – 2001). Die Fehler wurden zumeist erst nach Jahren bemerkt. Im Durchschnitt wurden die durch Katalysatoren bedingten Rückrufe knapp vier Jahre nach Beginn des jeweiligen Modelljahres durchgeführt.
Betroffen waren rund 3,7 Millionen Fahrzeuge. Nicht immer mussten alle Katalysatoren tatsächlich ausgetauscht werden, manchmal genügte eine Begutachtung in der Werkstatt oder die Verlängerung der Garantiefrist. Obwohl die EPA sorgfältig Buch führt über die Schadensmerkmale, gibt es außer den genannten 25 Rückrufen zahlreiche weitere, in denen schlicht darauf hingewiesen wird, dass das Abgasverhalten mangelhaft war. Die Umweltbehörde konzentriert sich bei ihrer Überwachung auf gasförmige Emissionen aus dem Abgasstrang, dem Tank und dem Motor. Unberücksichtigt bleiben die Inhalte defekter Katalysatoren, die als Keramikfasern, Keramikbröckchen und -staub oder Edelmetallstaub ausgetragen werden. Nach der großflächigen Ausbreitung von Asbeststaub in New York nach dem Einsturz der World-Trade-Center-Türme dürfte die Sensibilisierung für krebserzeugende Mineralfasern zunehmen. Mehrere Katastrophenhelfer sind mutmaßlich an dem asbesthaltigen Giftcocktail in der Staubwolke gestorben. Anfang Januar warf die New Yorker Senatorin Hillary Clinton der EPA vor, Gefahren durch die Ausbreitung der Schadstoffe eklatant verschleiert zu haben.
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